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Am Donnerstag, den 28. März 2019, fand im Kloster Ilsenburg auf Einladung der Gemeinde Nordharz, der Stadt Ilsenburg und der Stiftung Kloster Ilsenburg eine Veranstaltung zur Zukunft des „Grünen Bandes“ statt. Vertreter des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie sprachen zu den Vorstellungen des Landes und über mögliche Auswirkungen für die angrenzenden Kommunen und Städte.

Wie der Leiter der Abteilung Naturschutz und Wasserwirtschaft, Dr. Ekkehard Wallbaum, erklärte, sei es das Bestreben der Landesregierung innerhalb der nächsten fünf Jahre die Entwicklung des „Grünen Bandes“ als nationales Naturmonument voranzutreiben. Noch im ersten Halbjahr 2019 soll es zu einer gesetzlichen Ausweisung des betroffenen Gebietes kommen.

An der ehemaligen innerdeutschen Grenze hätte sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt, die durch die Bestrebungen geschützt werden soll, so Wallbaum. Die Gesamtlänge des auszuweisenden Biotopverbunds beläuft sich auf 1390 Kilometer, wovon 350 Kilometer auf Sachsen-Anhalt entfallen. Spezielles Anliegen des Projektes ist die Verbindung von Naturschutz und Erinnerungskultur. Hierzu soll an Orten, die in einem besonderen Verhältnis zur deutschen Teilung stehen, der Ereignisse gedacht werden. Neben der Wahrung des Gedenkens ist es das Bestreben Interessierte aus dem In- und Ausland anzusprechen, die sich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen wollen. Durch ein einheitliches Erscheinungsbild möchten die Projektverantwortlichen sicherstellen, dass die Erinnerungsorte des „Grünen Bandes“ schnell erkannt werden. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, wie neue Medien in die Gestaltung eingebunden werden können, um so auch Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Thema zu erleichtern.

In einer lebhaften Diskussion wurde im Anschluss an die Ausführungen die Forderung gestellt, dass das „Grüne Band“ nicht in erster Linie als Naturschutzprojekt vorangetrieben werden dürfe. Vielmehr gehe es darum, das Andenken an die deutsche Teilung und die Opfer des Todesstreifens zu wahren. Speziell in den Grenzregionen gäbe es unzählige persönliche Geschichten und Schicksale, die mit der Mauer in Verbindung stünden. Sowohl Karl Berke als auch Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke erinnerten an einen Ilsenburger Grenztoten, der kurz nach seiner Hochzeit erschossen wurde. Es sei wichtig, das Gedenken an diese dunkle Zeit deutscher Geschichte zu erhalten.

Um die enge Verbindung von Naturraum und Geschichte sicherzustellen, wurde ein ehrenamtliches Kuratorium berufen, das die geschichtliche Dimension des ehemaligen Todesstreifens betonen soll. Ulrich-Karl Engel, Kuratoriumsmitglied und ehemaliger Vorsitzender der Partei Bündnis 90 / Die Grünen erklärte, dass es wichtig sei, bestehende Initiativen zu stärken. Vielerorts bestünden bereits Vereine, die sich um die Wahrung des geschichtlichen Erbes bemühten. Diese gelte es nun stärker als bisher zu unterstützen. Darüber hinaus könnten ortsbezogene Mahnmahle errichtet werden. Als Beispiel nannte er die Aktion „Ungeziefer“ in dessen Folge tausende Menschen zwangsumgesiedelt wurden. Hierfür wäre es möglich, in Zusammenarbeit mit Bauernverbänden Erinnerungsorte zu schaffen. Der anwesende Landtagsabgeordnete der CDU Bernhard Daldrup warnte vor Schnellschüssen und forderte institutionelle Förderung und ein nachhaltiges Finanzierungskonzept für eine lebendige Erinnerungskultur.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass die Chance genutzt werden müsse, ein dauerhaftes Erinnern zu ermöglichen. Dies wäre Verantwortung der aktuellen Generation von Politikern und Verantwortlichen, die noch selbst die Existenz zweier deutscher Staaten erlebt hätten. Hierbei nehme Sachsen-Anhalt und speziell die Stadt Ilsenburg und die Gemeinde Nordharz eine Sonderrolle ein. Wie der ehemalige Bundesgrenzschützer Lothar Engler betonte, werde viel über die Öffnung der Berlinergrenze berichtet, dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass es am Übergang Stapelburg Eckertal zur ersten innerdeutschen Grenzöffnung kam. In seiner Bedeutung wäre dieser Erinnerungsort von ebenso großer Bedeutung wie Berlin.

Nachdem in Kürze ein Gesetzentwurf für die Ausweisung des „Grünen Bandes“ als nationales Naturmonument im Landtag diskutiert wird, kommt es im nächsten Schritt zu einem öffentlichen Anhörungsverfahren, bei dem sich die Bürger zu den Plänen äußern können.

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